Bautagebuch-Software und App: den Bauablauf Tag für Tag festhalten

Wetter, Personal, Nachunternehmer, ausgeführte Arbeiten, Behinderungen und Fotos in einem Formular auf dem Telefon — und am Abend als PDF im Ordner der Baustelle. Wer den Bauablauf zeitnah dokumentiert, kann Bauzeit und Leistungsumfang später belegen.

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Das Problem in der Praxis

Auf der Baustelle ist das Bautagebuch die letzte Aufgabe des Tages, und es ist die erste, die liegen bleibt. Der Block liegt im Fahrzeug, der Kugelschreiber schreibt nicht, und der Monteur, der den Ausfall des Krans gemeldet hat, ist längst weg. Zwei Wochen später fehlen genau die Angaben, die zählen: an welchem Tag der Bagger nicht kam, wie viele Leute im Einsatz waren und ob es geregnet hat.

Der Streit beginnt fast immer mit der Bauzeit. Der Auftraggeber sieht eine Verzögerung, der Betrieb sieht Behinderungen, die er nicht verursacht hat. Ohne tägliche Aufzeichnungen steht dann Erinnerung gegen Erinnerung. Vor Gericht zählt, was zeitnah und nachvollziehbar notiert wurde — nicht, was im Nachhinein plausibel klingt.

Das dritte Problem ist die Ablage. Zettel werden abgetippt, Fotos liegen auf dem privaten Telefon des Vorarbeiters, und wenn der Auftraggeber die Unterlagen zur Baustelle anfordert, sucht das Büro einen halben Tag. Gefragt ist ein Ablauf, der zwei Minuten am Tag kostet und alles an einem Ort sammelt: Text, Zahlen, Fotos, Unterschrift.

So funktioniert es im Portal

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    Baustelle anlegen

    Unter Projekte erfassen Sie Bauvorhaben, Adresse und Auftraggeber. Die Adresse ist wichtig: aus ihr holt das Portal später die Wetterdaten. Alle Einträge und Protokolle hängen an dieser Baustelle.

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    Eintrag für den Tag öffnen

    Unter Dokumente wählen Sie „Bautagebuch / Tagesbericht“. Das Datum steht auf dem heutigen Tag und lässt sich frei ändern, auch rückwirkend. Die Baustelle ist vorbelegt, wenn Sie den Eintrag aus dem Projekt heraus anlegen.

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    Wetter abrufen

    Ein Klick auf „Wetter abrufen“ schlägt Bedingungen, Höchst- und Tiefsttemperatur, Niederschlag und Wind für dieses Datum vor und schreibt die Quelle mit Abrufzeitpunkt in den Eintrag. Für heutige Tage kommt die Vorhersage, für vergangene Tage der Messwert. Jeder Wert bleibt überschreibbar.

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    Personal und Nachunternehmer eintragen

    Anzahl der eigenen Leute und geleistete Stunden tragen Sie ein oder übernehmen sie aus der Zeiterfassung des Tages. Nachunternehmer erfassen Sie als Liste mit Firma, Anzahl und Tätigkeit — jede Zeile lässt sich einzeln hinzufügen und löschen.

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    Arbeiten, Behinderungen, Fotos

    Ausgeführte Arbeiten, Baustoffe und Geräte, Behinderungen und Bedenken, besondere Vorkommnisse sowie Anordnungen und Besucher stehen als eigene Felder bereit. Fotos laden Sie aus der Kamera hoch; sie erscheinen später im PDF mit Bildunterschrift.

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    Unterschreiben und abschließen

    Der Bauleiter unterschreibt mit dem Finger auf dem Display. Eingaben werden laufend gespeichert, ein Speichern-Knopf ist nicht nötig. Der abgeschlossene Eintrag bleibt in der Ablage der Baustelle und lässt sich jederzeit öffnen.

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    PDF oder ZIP herunterladen

    Je Eintrag laden Sie ein A4-PDF mit Kopfzeile, Firmenangabe, Baustelle und Seitenzahlen herunter. Für den ganzen Bauablauf erzeugt das Portal auf der Projektseite ein ZIP mit allen PDFs und einer Inhaltsübersicht.

Was das Bautagebuch im Portal enthält

  • Ein Eintrag je Kalendertag, mehrere Einträge am selben Tag möglich
  • Wetter automatisch aus der Projektadresse: Auswahl der Bedingungen, Temperatur min und max
  • Niederschlag in Millimetern und Wind in Kilometern pro Stunde als eigene Felder
  • Quelle der Wetterdaten wird mit Abrufdatum in den Eintrag geschrieben
  • Eigene Arbeitskräfte mit Anzahl und geleisteten Stunden
  • Stunden aus der Zeiterfassung des Tages übernehmen
  • Nachunternehmer mit Firma, Anzahl und Tätigkeit als Wiederholgruppe
  • Ausgeführte Arbeiten, Baustoffe und Geräte als Textfelder
  • Behinderungen und Bedenken in einem eigenen Abschnitt
  • Besondere Vorkommnisse, Anordnungen und Besucher
  • Bis zu zehn Fotos je Tag, direkt aus der Kamera
  • Unterschrift der Bauleitung mit dem Finger auf dem Display
  • PDF je Eintrag, ZIP-Paket mit allen Dokumenten der Baustelle
Bautagebuch — Eintrag
FeldEingabe
Datum18.09.2026
Bedingungenbewölkt, zeitweise Regen
Temperatur min / max9 °C / 16 °C
Niederschlag / Wind6,4 mm / 28 km/h
Eigene Arbeitskräfte3 Personen, 22,5 Stunden
NachunternehmerGerüstbau Muster GmbH, 2 Personen
BehinderungenBodenplatte nicht freigegeben, 07:30 gemeldet
Fotos4 Aufnahmen
Stilisierte Darstellung der Portal-Ansicht mit Beispieldaten.

Rechtlicher Rahmen

Eine gesetzliche Pflicht zum Bautagebuch besteht für ausführende Betriebe nicht. In der Praxis wird es vertraglich gefordert, häufig in Leistungsbeschreibungen öffentlicher Auftraggeber und in Architekten- oder Bauleitungsverträgen. Prüfen Sie Ihren Vertrag: was dort zu Form, Häufigkeit und Vorlage geregelt ist, gilt.

Rechtlich wichtig wird das Tagebuch bei Behinderungen. Nach § 6 Abs. 1 VOB/B hat der Auftragnehmer eine Behinderung unverzüglich schriftlich anzuzeigen, wenn er sich auf hindernde Umstände berufen will. § 6 Abs. 6 VOB/B regelt den Schadensersatz bei schuldhafter Verletzung der Vertragspflichten durch einen Vertragsteil. Beides setzt voraus, dass Sie Zeitpunkt, Dauer und Auswirkung der Behinderung belegen können — dafür sind die täglichen Einträge in der Praxis das wichtigste Mittel der Beweissicherung.

Als Richtwert für den Aufbewahrungszeitraum orientieren Betriebe sich an den Verjährungsfristen für Mängelansprüche aus dem Bauvertrag. Die Einträge im Portal bleiben Ihnen als PDF erhalten; laden Sie die ZIP-Pakete der abgeschlossenen Baustellen zur eigenen Ablage herunter.

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Verwandte Ratgeber

Grenzen

Das Portal stellt Formulare und eine Ablage bereit. Ob Ihre Einträge für einen konkreten Vertrag ausreichen, beurteilen Sie selbst oder mit rechtlicher Beratung. Ohne Mobilfunknetz ist keine Erfassung möglich; tragen Sie den Tag dann später nach.

Häufige Fragen

Ist ein Bautagebuch gesetzlich vorgeschrieben?

Für ausführende Betriebe gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht, ein Bautagebuch zu führen. Verlangt wird es in der Praxis über den Vertrag: viele Bauverträge, Auftraggeber der öffentlichen Hand und Architektenverträge sehen tägliche Aufzeichnungen vor. Unabhängig davon dient das Tagebuch der Beweissicherung, wenn später über Bauzeit, Behinderungen oder Leistungsumfang gestritten wird.

Wie genau sind die automatischen Wetterdaten?

Die Werte kommen von Open-Meteo und beziehen sich auf den Ort, der aus Ihrer Projektadresse ermittelt wurde. Für vergangene Tage sind es Messwerte aus dem nächstgelegenen Gitterpunkt, für den laufenden Tag Vorhersagewerte. Das ist ein Anhaltswert für die Baustelle, keine Messung vor Ort: wenn Sie selbst Stark­regen oder Frost festgestellt haben, ändern Sie die Angabe und ergänzen sie im Text.

Kann ich Einträge nachträglich erfassen?

Ja. Das Datum ist ein freies Feld, und auch der Wetterabruf funktioniert für vergangene Tage. Tragen Sie nachträglich ein, was Sie belegen können — bei Abweichungen zwischen Notiz und Erinnerung ist die zeitnahe Notiz das stärkere Beweismittel.

Was gehört bei Behinderungen in den Eintrag?

Halten Sie fest, was die Arbeit behindert hat, seit wann, welche Leistungen betroffen sind und wer informiert wurde. Der Eintrag im Tagebuch ersetzt die Anzeige an den Auftraggeber nicht: § 6 Abs. 1 VOB/B verlangt, dass der Auftragnehmer eine Behinderung unverzüglich schriftlich anzeigt, wenn er sich auf hindernde Umstände berufen will. Für die Anzeige selbst gibt es eine eigene Vorlage.

Können mehrere Leute am selben Tagebuch schreiben?

Das Portal ist auf ein Konto je Betrieb ausgelegt; getrennte Zugänge für Bauleiter und Monteure gibt es derzeit nicht. In der Praxis erfasst eine Person den Eintrag — wer welche Angaben gemeldet hat, lässt sich im Text vermerken, die Unterschrift trägt den Namen des Bauleiters.

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