Unterweisung Winkelschleifer – Vorlage für Trennschleifarbeiten

Meisterdok-Redaktion · Zuletzt aktualisiert am

Der Winkelschleifer ist nach der DGUV Information 209-002 die Schleifmaschine mit dem höchsten Unfallgeschehen; die Gründe liegen fast immer in der Handhabung – unzulässige Seitenbelastung von Trennscheiben, Verkanten in der Schnittfuge, ungesicherte Werkstücke. Rechtsgrundlage der Unterweisung ist die Betriebssicherheitsverordnung: Vor der erstmaligen Verwendung und danach mindestens jährlich ist tätigkeitsbezogen zu unterweisen (§ 12 Abs. 1 BetrSichV). Diese Unterlage behandelt Winkelschleifer und Trennschleifarbeiten gesondert.

Das steckt im Download

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  • Wordunterweisung-winkelschleifer.docxUnterweisungsunterlage Winkelschleifer — bearbeitbar in Word(5 Seiten, ca. 1857 Wörter)
  • PDFunterweisung-winkelschleifer.pdfDieselbe Unterlage als PDF — druckfertig(5 Seiten)

Das ist enthalten

  • Abgrenzung zur allgemeinen Unterweisung zu handgeführten Maschinen und Betriebsanweisung nach DGUV Information 209-002
  • Schutzhaubentypen und die richtige Einstellung der beweglichen Schutzhaube
  • Zusatzhandgriff, beidhändige Führung und Ablegen der Maschine erst im Stillstand
  • Kennzeichnung der Schleifwerkzeuge, Verwendungseinschränkungen, Abgleich von zulässiger Drehzahl und Maschinendrehzahl
  • Aufspannen, Spannflansche, Schnellspannmutter, Verfallsdatum sowie Probelauf mit Dauer und Streubereich
  • Rückschlag und Körperposition, PSA mit Schutzvisier, Funkenflug und Brandschutz, Quarzfeinstaub und Absaugung

Word (DOCX) und PDF, 5 Seiten, ca. 1857 Wörter

Für wen

Für Metallbau-, Kfz-, Bau- und Ausbaubetriebe, in denen Winkelschleifer täglich benutzt werden, und für Vorgesetzte, die Trenn- und Schleifarbeiten anordnen.

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Ihre Mitarbeiter absolvieren die Unterweisung zu diesem Thema online: 6 Lernabschnitte, anschließend ein Verständnistest mit 8 Fragen. Nach bestandenem Test erhält jeder Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung als PDF mit Verifikationsnummer. Der Online-Kurs ist im Kaufpreis dieser Vorlage enthalten — ohne Abo und ohne Kosten pro Teilnehmer.

Arbeitshöchstgeschwindigkeit, zulässige Drehzahl und die Kennzeichnung der Scheibe

Jedes gebundene Schleifwerkzeug trägt eine Arbeitshöchstgeschwindigkeit vs in Metern pro Sekunde und eine zulässige Drehzahl nmax in Umdrehungen pro Minute. Die DGUV Information 209-002 gibt die Umrechnung beider Größen an: vs ergibt sich aus D mal nmax mal Pi geteilt durch 60.000, umgestellt ist nmax gleich 60.000 mal vs geteilt durch D mal Pi. D ist dabei der Außendurchmesser des Schleifwerkzeugs in Millimetern. Beide Angaben beschreiben dieselbe physikalische Grenze aus zwei Blickrichtungen; Hersteller bieten dafür Schablonen an, mit denen der Zusammenhang ohne Rechnung abgelesen werden kann.

Aus der Formel folgen greifbare Zahlen. Eine für 80 Meter pro Sekunde freigegebene Scheibe darf bei 125 Millimeter Außendurchmesser rechnerisch rund 12.200 Umdrehungen pro Minute erreichen, bei 180 Millimeter rund 8.500 und bei 230 Millimeter nur noch rund 6.600. Die Grenze hängt also nicht am Werkzeug allein, sondern am Produkt aus Durchmesser und Spindeldrehzahl. Eine 230er Scheibe auf einer Maschine mit 11.000 Umdrehungen pro Minute käme rechnerisch auf etwa 132 Meter pro Sekunde und läge damit um ein Vielfaches über ihrer Freigabe.

Die DGUV Information 209-002 verlangt als Konformitätserklärung die Angabe der Normnummer auf dem Werkzeug: EN 12413 für Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel, EN 13236 für Werkzeuge mit Diamant oder Bornitrid, EN 13743 für Schleifmittel auf Unterlagen. Eine CE-Kennzeichnung ist bei Schleifwerkzeugen ausdrücklich nicht zulässig und ein GS-Zeichen nach Produktsicherheitsgesetz nicht möglich, weil keine europäische Richtlinie die Sicherheitsanforderungen an Schleifwerkzeuge regelt. Farbstreifen ab 50 Metern pro Sekunde sind lediglich optional; bei Außendurchmessern bis 80 Millimeter genügt das Etikett auf der Verpackung.

Lagerung, Transport und Prüfung des Schleifkörpers vor dem Einsatz

Schleifwerkzeuge verlieren durch ungünstige Umgebungsbedingungen an Festigkeit, ohne dass man es ihnen ansieht. Die DGUV Information 209-002 verlangt die Lagerung in trockenen, gleichmäßig temperierten und frostfreien Räumen sowie Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, weil sich der Alterungsvorgang bei kunstharzgebundenen Werkzeugen sonst beschleunigt; Schleifkörper mit Magnesitbindung reagieren besonders empfindlich auf Feuchtigkeit. Scheiben werden liegend auf einer ausreichend steifen Unterlage aufbewahrt, die Stapelhöhe ist zu begrenzen, und die Entnahme erfolgt nach dem Grundsatz first in, first out.

Beim Transport zwischen Lager, Werkzeugvorbereitung und Maschine entstehen Anrisse durch Anstoßen, Erschütterungen oder Herabfallen. Schleifkörper dürfen deshalb nicht gerollt werden, und für schwere Werkzeuge sind geeignete Transport- und Lastaufnahmemittel bereitzustellen. Das Verfallsdatum begrenzt die Nutzungsdauer kunstharzgebundener Scheiben mit und ohne Faserstoffverstärkung für Handschleifmaschinen auf drei Jahre nach der Herstellung, um alterungsbedingten Festigkeitsverlusten entgegenzuwirken. Angegeben wird es häufig mit Monat und Jahreszahl auf dem in die Bohrung eingesetzten Metallring, wo es bei der Entnahme leicht übersehen wird.

Vor dem Befestigen ist jeder Schleifkörper einer Sichtprüfung auf Risse, Ausbrüche und sonstige Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild zu unterziehen. Die Klangprobe ist nach der DGUV Information 209-002 bei keramisch gebundenen Schleifkörpern vorgeschrieben: Der Körper wird auf einen Dorn gesteckt oder aufgestellt und mit einem nichtmetallischen Gegenstand wie Hartholz oder einem Gummihammer an mehreren Punkten abgeklopft. Ein klarer Klang zeigt einen unbeschädigten, ein dumpfer oder scheppernder Klang einen beschädigten Körper an. Auf Schleifstifte, Schleifkegel und Schleifsegmente ist das Verfahren nicht anwendbar.

Hand-Arm-Vibration und Lärmexposition am Winkelschleifer

Für Hand-Arm-Vibrationen legt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung einen Auslösewert des Tages-Vibrationsexpositionswerts A(8) von 2,5 Metern pro Sekunde im Quadrat und einen Expositionsgrenzwert von 5,0 Metern pro Sekunde im Quadrat fest. Die Orientierungswerte der TRLV Vibrationen, die die DGUV Information 209-002 auszugsweise wiedergibt, liegen für Winkelschleifer deutlich darüber: elektrisch betrieben ohne Antivibrationssystem bis 0,9 Kilowatt bei hoher Belastungsstufe 9,5, ab 1 Kilowatt 10,3 und bei geringer Belastungsstufe jeweils 3,1 Meter pro Sekunde im Quadrat.

Noch höher fallen die Werte bei Hochfrequenzschleifern aus, für die die Tabelle bei mittlerer Belastungsstufe 11,5 am Hauptgriff und 13,8 Meter pro Sekunde im Quadrat am Seitengriff ausweist. Weil der A(8)-Wert von der täglichen Expositionszeit abhängt, führt die Tabelle Zeitspalten von fünf Minuten bis acht Stunden; für die Berechnung bei mehreren Geräten je Schicht stellt das Institut für Arbeitsschutz der DGUV Kennwertrechner bereit. Das Erkrankungsrisiko steigt zusätzlich bei niedrigen Umgebungstemperaturen, also bei Arbeiten in der Kälte.

Beim Lärm ist die Ausgangslage eindeutig: Der von den Maschinenherstellern anzugebende Schalldruckpegel elektrisch angetriebener Winkelschleifer liegt je nach Größe bereits im Leerlauf zwischen 85 und 95 Dezibel (A). Die Auslösewerte betragen 80 Dezibel (A) beziehungsweise 135 Dezibel (C) Spitzenschalldruckpegel und 85 Dezibel (A) beziehungsweise 137 Dezibel (C). Von den Schalldämmwerten aus Laborprüfungen ist nach Abschnitt 6.3.1 Absatz 2 der TRLV Lärm, Teil 3 ein Praxisabschlag abzuziehen; Otoplastiken sind mindestens alle drei Jahre durch eine Funktionskontrolle zu überprüfen.

Arbeitshöchstgeschwindigkeit, optionale Farbkennzeichnung nach DGUV Information 209-002 und die daraus mit nmax = 60.000 × vs / (D × π) errechnete zulässige Drehzahl für zwei gängige Scheibendurchmesser
Arbeitshöchstgeschwindigkeit vsFarbstreifen (optional)Zulässige Drehzahl bei Ø 125 mmZulässige Drehzahl bei Ø 230 mm
50 m/s1 x blaurund 7.600 min⁻¹rund 4.150 min⁻¹
63 m/s1 x gelbrund 9.600 min⁻¹rund 5.200 min⁻¹
80 m/s1 x rotrund 12.200 min⁻¹rund 6.600 min⁻¹
100 m/s1 x grünrund 15.300 min⁻¹rund 8.300 min⁻¹
125 m/s1 x blau und 1 x gelbrund 19.100 min⁻¹rund 10.400 min⁻¹

Rechtsgrundlagen und Quellen

Die Unterlage stützt sich auf die folgenden Regelungen. Amtliche Fassungen unter gesetze-im-internet.de, Vorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger unter publikationen.dguv.de.

RegelungWas sie verlangtFundstelle
§ 12 ArbSchGUnterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit und danach in angemessenen Zeitabständen.gesetze-im-internet.de/arbschg/__12.html
§ 4 DGUV Vorschrift 1Unterweisung mindestens jährlich, Dokumentation der Unterweisung.publikationen.dguv.de
§ 29 JArbSchGUnterweisung Jugendlicher halbjährlich.gesetze-im-internet.de/jarbschg/__29.html
§ 12 BetrSichVUnterweisung zu Arbeitsmitteln vor der erstmaligen Benutzung.gesetze-im-internet.de/betrsichv_2015/__12.html
§ 14 GefStoffVZusätzliche Unterweisung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.gesetze-im-internet.de/gefstoffv_2010/__14.html
TRGS 906Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.Technische Regeln für Gefahrstoffe (BAuA)
TRGS 559Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.Technische Regeln für Gefahrstoffe (BAuA)
TRGS 900Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.Technische Regeln für Gefahrstoffe (BAuA)
TRGS 723Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.Technische Regeln für Gefahrstoffe (BAuA)
ASR A2.2Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.Technische Regeln für Arbeitsstätten (BAuA)
DGUV Information 209-002Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.publikationen.dguv.de
DGUV Regel 100-500Themenspezifische Anforderungen zu diesem Unterweisungsinhalt.publikationen.dguv.de

Häufige Fragen

Warum eine eigene Unterweisung nur für den Winkelschleifer?
Der Winkelschleifer ist nach der DGUV Information 209-002 die Schleifmaschine mit dem höchsten Unfallgeschehen. Für Schleifarbeiten ist unter Berücksichtigung der mitgelieferten Betriebsanleitung eine Betriebsanweisung zu erstellen und den Beschäftigten zugänglich zu machen (DGUV Information 209-002, Abschnitt 3.1.3). Sind mit der Verwendung besondere Gefährdungen verbunden, ist die Maschine nach § 12 Abs. 3 BetrSichV den dafür beauftragten Beschäftigten vorbehalten.
Darf die Schutzhaube abgenommen werden?
Nein. Die Schutzhaube fängt Bruchstücke auf und lenkt Funken und Partikel von der Bedienperson weg; sie ist der zentrale Schutz gegen die Folgen eines Scheibenbruchs. Nach § 6 BetrSichV dürfen Schutzeinrichtungen nicht umgangen werden, und § 16 DGUV Vorschrift 1 verpflichtet zur Meldung von Defekten an Schutzvorrichtungen. Für Handschleifmaschinen sieht die DGUV Information 209-002 unterschiedliche Schutzhaubentypen vor.
Was ist beim Trennschleifen für den Brandschutz zu beachten?
Trennschleifen zählt nach ASR A2.2 zu den Tätigkeiten mit erhöhter Brandgefährdung; Schleiffunken sind eine Zündquelle für Brände und Explosionen. Schwere Brandschäden treten besonders in Kfz-Werkstätten, Karosseriebetrieben und Lackierereien auf. Lässt sich die Brandgefahr nicht durch Entfernen der brennbaren Stoffe beseitigen, sind ergänzende Sicherheitsmaßnahmen schriftlich in einer Schweißerlaubnis festzulegen (DGUV Regel 100-500 Kapitel 2.26).
Welche Werte gelten für Quarzfeinstaub?
Beim Trennen und Schleifen mineralischer Baustoffe entsteht alveolengängiger Quarzfeinstaub; Tätigkeiten mit Exposition gegenüber kristallinem Siliciumdioxid in Form von Quarz und Cristobalit gelten nach TRGS 906 als krebserzeugend. Als Beurteilungsmaßstab nennt die TRGS 559 0,05 mg/m³. Der allgemeine Staubgrenzwert der TRGS 900 beträgt 1,25 mg/m³ für die alveolengängige und 10 mg/m³ für die einatembare Fraktion. Es gilt das Minimierungsgebot nach § 7 GefStoffV.
Was gilt zusätzlich beim Schleifen von Aluminium, Magnesium und Titan?
Die dabei anfallenden Stäube sind brennbar und bilden aufgewirbelt eine explosionsfähige Atmosphäre. Die DGUV Information 209-002 beziffert die Schwelle drastisch: Bei vielen brennbaren Stäuben reicht eine gleichmäßig über die Bodenfläche verteilte Ablagerung von weniger als einem Millimeter Schichtdicke aus, um beim Aufwirbeln einen Raum normaler Höhe vollständig mit einem explosionsfähigen Staub-Luft-Gemisch zu füllen. Magnesium neigt zur Selbstentzündung und setzt mit Wasser Wasserstoff frei. Wasser, Löschschaum, Kohlendioxid und Stickstoff sind daher als Löschmittel zu vermeiden; geeignet sind trockener Sand, trockene Graugussspäne, spezielle Abdecksalze und Löschpulver der Brandklasse D nach EN 2. Leichtmetallstäube dürfen niemals mit Druckluft von der Arbeitskleidung abgeblasen werden. Vor der erstmaligen Bearbeitung ist zu klären, ob eine Zoneneinteilung und ein Explosionsschutzdokument nach TRGS 723 erforderlich sind.
Welche Bußgeldtatbestände greifen bei Verstößen rund um den Winkelschleifer?
Maßgeblich ist § 22 Absatz 1 der Betriebssicherheitsverordnung. Dort ist unter anderem als Ordnungswidrigkeit erfasst, wer entgegen § 5 Absatz 2 ein Arbeitsmittel zur Verfügung stellt oder verwenden lässt, das Mängel aufweist, welche die sichere Verwendung beeinträchtigen (Nummer 9), wer nicht dafür sorgt, dass eine Schutzeinrichtung verwendet wird (Nummer 24), und wer Beschäftigte nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig unterweist (Nummer 26). Diese Tatbestände sind Ordnungswidrigkeiten im Sinne des § 25 Absatz 1 Nummer 1 des Arbeitsschutzgesetzes und nach § 25 Absatz 2 ArbSchG mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro bedroht. Der höhere Rahmen von bis zu 30.000 Euro greift ausschließlich, wenn der Arbeitgeber einer vollziehbaren behördlichen Anordnung nach § 22 Absatz 3 ArbSchG zuwiderhandelt.