Arbeitsschutz Software Kosten: Preise, Preismodelle und Eigenaufwand
Die Kosten einer Arbeitsschutz-Software setzen sich aus vier Blöcken zusammen: der laufenden Lizenzgebühr, den einmaligen Kosten für Einrichtung, Datenübernahme und Schulung, den Aufpreisen für einzelne Module sowie dem eigenen Zeitaufwand für Pflege und Nachweisführung. Nur der erste Block steht in Angeboten üblicherweise als Zahl; die übrigen drei tauchen erst in der Praxis auf. Dieser Beitrag zeigt, welche deutschen Anbieter im August 2026 überhaupt einen Preis veröffentlichen, wie Sie den zweiten, unsichtbaren Kostenblock selbst berechnen und ab welcher Betriebsgröße sich eine Jahreslizenz rechnerisch trägt. Wenn Sie zuerst wissen wollen, was solche Systeme überhaupt leisten, hilft der Überblick über Arbeitsschutz-Software weiter.

Woraus sich der Preis zusammensetzt
Wer nach dem Preis einer Arbeitsschutz-Software fragt, meint meist die Lizenzgebühr. Die ist aber nur eine von neun Positionen, und nicht einmal zwingend die größte. Die folgende Aufstellung ordnet, welche Position wie abgerechnet wird und ob sie erfahrungsgemäß im ersten Angebot auftaucht.
| Kostenposition | Übliche Abrechnung | Steht im ersten Angebot? |
|---|---|---|
| Lizenz oder Abo | monatlich oder jährlich; je Nutzer, je Mitarbeiter oder als Flatrate | ja |
| Module (Gefahrstoffe, Prüfwesen, Audit, E-Learning) | Aufpreis je Modul, teils gestaffelt | meist ja |
| Einrichtung und Konfiguration | einmalig als Pauschale oder nach Tagessatz | oft nur auf Nachfrage |
| Datenübernahme aus Excel, Word oder Altsystem | einmalig nach Aufwand | selten |
| Schulung der Anwender | je Termin, online oder vor Ort | oft nur auf Nachfrage |
| Support | im Grundpreis enthalten oder als Servicepaket | uneinheitlich |
| Zusätzliche Mitarbeiter unterjährig | je Kopf ab Anlage im System | selten |
| Datenexport bei Kündigung | meist nicht geregelt | fast nie |
| Ihr eigener Zeitaufwand für Pflege | Ihre Stunden mal Ihr Stundensatz | nie |
Entscheidend ist die Bezugsgröße der Staffel. Ein Preis „je Nutzer“ meint Personen, die sich einloggen — in einem Handwerksbetrieb sind das oft nur der Inhaber und ein Vorarbeiter. Ein Preis „je Mitarbeiter“ meint alle Beschäftigten, auch die, die das System nie öffnen. Zwischen beiden Modellen liegt bei einem Betrieb mit 30 Beschäftigten und zwei Anwendern schnell der Faktor 15. Fragen Sie deshalb immer nach, worauf sich die Staffel bezieht, bevor Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen.
Was deutsche Anbieter im August 2026 öffentlich nennen
Für die folgende Übersicht wurden die Produkt- und Preisseiten der Anbieter im August 2026 abgerufen. Aufgenommen wurde ausschließlich, was dort tatsächlich steht. Wo kein Preis veröffentlicht ist, steht genau das — es wird nichts geschätzt und nichts aus Drittquellen hochgerechnet. Alle Angaben sind Einstiegs- beziehungsweise Listenpreise und keine Angebote für einen konkreten Betrieb.
| Anbieter | Preismodell | Preis öffentlich | Genannter Einstiegspreis (Stand August 2026) | Kauf ohne Vertriebsgespräch |
|---|---|---|---|---|
| luitGUARD (prosis, info-arbeitsschutz.de) | drei Monatspakete | ja | Standard ab 75 €/Monat, Expertenvermittlung ab 95 €/Monat, Rundum-Sorglos ab 125 €/Monat | nein, Kontaktformular mit Abfrage der Nutzerzahl |
| Quentic | nicht angegeben | nein | kein Preis auf der Produktseite | nein, nur Demo-Anfrage |
| RISK-Project | nicht angegeben | nein | kein Preis; 30 Tage kostenlose Testphase | nein, Formular oder Rückruf |
| secova sam | Baukasten aus Funktionsmodulen | nein | kein Preis auf der Produktseite | nein, Telefon oder Rückrufservice |
| Protabo | Monatsabo nach Laufzeit, „unendlich viele Nutzer“ | ja | 39,95 €/Monat (1 Monat), 34,95 € (12 Monate), 29,95 € (24 Monate) | ja, Bestellung online |
| Haufe Gefährdungsbeurteilung | Jahreslizenz, Staffel von 1 bis 100 Lizenzen | ja | 899,00 € netto bzw. 1.069,81 € brutto pro Jahr (Einzellizenz) | ja, Warenkorb im Shop |
| AMS-App+ (arbeitsschutz-software.info) | Editionen | ja | Basic 49,99 €/Monat, Standard 108 €/Monat, Advanced ab 249 €/Monat; zwei weitere Editionen auf Anfrage | nein, Demo oder Terminbuchung |
| VINYA (Unterweisungen) | Software-Grundpreis plus Kurse je Mitarbeiter | teilweise | Software ab 29 €/Monat, E-Learning-Kurse ab 0,50 € je Mitarbeiter und Monat, keine Einrichtungsgebühr | nein, Angebot oder Demo |
| meineGBU | Bezahlung je Gefährdungsbeurteilung, Abo optional | ja | KI-Entwurf ab 99 €, fachlich geprüfte Fassung 199 € je Beurteilung; Monats-Flat 999 €, Jahres-Flat 8.999 € | ja, Registrierung und Zahlung online |
| NachweisKompass | nicht angegeben | nein | kein Preis auf der Startseite | nein |
Zwei Dinge fallen an dieser Übersicht auf. Erstens: Von zehn geprüften Anbietern nennen vier gar keinen Preis, und nur drei erlauben den Abschluss ohne Vertriebskontakt. Zweitens: Die Angaben sind kaum vergleichbar, weil sie verschiedene Dinge messen. Protabo rechnet nach Laufzeit ohne Nutzergrenze, Haufe nach Lizenzen, VINYA nach Mitarbeitern und Kursen, meineGBU nach fertigen Beurteilungen. Wer diese Zahlen nebeneinanderstellt, vergleicht Preisschilder, nicht Leistungen. Bevor Sie in diesen Vergleich einsteigen, lohnt der Blick darauf, welche Bausteine Sie überhaupt brauchen — bei reinen Schulungsthemen etwa reicht oft eine Lösung nur für Unterweisungen, während für die Beurteilung der Arbeitsplätze spezialisierte Programme für die Gefährdungsbeurteilung in Frage kommen.
Die zweite Kostenseite: Ihr eigener Zeitaufwand
Kein Angebot weist ihn aus, und trotzdem ist er in kleinen Betrieben häufig der größere Posten: der Aufwand, den Sie oder Ihr Meister selbst in die Dokumentation stecken. Diesen Posten kann Ihnen niemand vorrechnen, weil er von Ihrem Stundensatz und Ihrer Änderungshäufigkeit abhängt. Was wir Ihnen geben können, ist die Formel.
Der Jahresaufwand ergibt sich aus der Zahl der Vorgänge mal dem Aufwand je Vorgang. Notieren Sie für jede Zeile Ihre eigenen Werte:
- Gefährdungsbeurteilung neu anlegen oder überarbeiten: Anzahl im Jahr mal Stunden je Vorgang
- Unterweisung vorbereiten, durchführen und dokumentieren: Anzahl Termine mal Stunden je Termin
- Betriebsanweisung bei neuem Gefahrstoff oder neuer Maschine erstellen: Anzahl mal Stunden
- Prüf- und Wartungsnachweise nachhalten: Anzahl Termine mal Stunden
- Unterlagen für Begehung, Audit oder Berufsgenossenschaft zusammenstellen: Anzahl mal Stunden
Die Summe dieser fünf Zeilen ist Ihr Jahresaufwand in Stunden. Multipliziert mit Ihrem eigenen Stundensatz ergibt das die Kosten der Eigenpflege:
Kosten der Eigenpflege pro Jahr = Jahresaufwand in Stunden × Ihr Stundensatz
Ein Rechenweg zur Illustration, ausdrücklich mit frei gesetzten Platzhaltern und nicht mit Marktzahlen: Wer für sich vier Beurteilungs-Überarbeitungen zu je zwei Stunden, sechs Unterweisungstermine zu je einer Stunde und vier weitere Vorgänge zu je einer Stunde notiert, kommt auf 18 Stunden im Jahr. Setzt dieser Betrieb seinen Stundensatz mit 55 € an, ergeben sich 990 € Eigenpflegekosten pro Jahr. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein — sowohl die Stunden als auch den Stundensatz — und Sie erhalten Ihren Wert. Genau dieser Wert ist die Vergleichsgröße, gegen die eine Lizenzgebühr antritt.
Wichtig für die Ehrlichkeit der Rechnung: Eine Software senkt diesen Aufwand, sie beseitigt ihn nicht. Inhalte müssen weiterhin fachlich geprüft, Termine weiterhin wahrgenommen und Unterschriften weiterhin eingeholt werden. Rechnen Sie deshalb nicht mit der vollen Einsparung, sondern mit dem Anteil, den Sie realistisch abgeben können. Wie sich dieser Anteil in Stufen verschiebt, beschreibt der Beitrag dazu, wie Sie den Arbeitsschutz Schritt für Schritt digitalisieren.
Ab wann sich eine Jahreslizenz rechnerisch trägt
Die Break-even-Frage lautet nicht „ist die Software gut“, sondern: Wie viele Stunden muss sie mir sparen, damit die Lizenz bezahlt ist. Das ist eine einzige Division:
Break-even in Stunden pro Jahr = Jahreslizenz ÷ Ihr Stundensatz
Die folgende Tabelle wendet diese Division auf drei Jahreslizenzen an, die sich aus den oben belegten öffentlichen Preisen ergeben. Die Stundensätze in der Kopfzeile sind reine Rechenwerte zum Ablesen, keine Branchenangabe — suchen Sie die Spalte, die Ihrem eigenen Satz am nächsten kommt, oder rechnen Sie mit der Formel darüber.
| Jahreslizenz | bei 40 € Stundensatz | bei 60 € Stundensatz | bei 80 € Stundensatz |
|---|---|---|---|
| 359,40 € (29,95 €/Monat, 24-Monats-Stufe) | 9,0 Stunden | 6,0 Stunden | 4,5 Stunden |
| 479,40 € (39,95 €/Monat, monatlich kündbar) | 12,0 Stunden | 8,0 Stunden | 6,0 Stunden |
| 899,00 € (Jahreslizenz Einzelplatz, netto) | 22,5 Stunden | 15,0 Stunden | 11,2 Stunden |
Interessant ist, dass die 899 € Jahreslizenz und das 75-€-Monatspaket mit 900 € im Jahr fast auf denselben Betrag hinauslaufen — die Schwelle liegt in beiden Fällen in derselben Größenordnung. Was diese Tabelle nicht beantwortet, ist die zweite Hälfte der Frage: Erreichen Sie diese Stundenzahl überhaupt? Der Treiber dafür ist nicht die Mitarbeiterzahl allein, sondern die Änderungshäufigkeit. Ein Betrieb mit 25 Beschäftigten, festem Team, gleichbleibendem Maschinenpark und immer denselben Arbeitsverfahren erzeugt wenige Vorgänge im Jahr. Ein Betrieb mit 12 Beschäftigten, hoher Fluktuation, wechselnden Baustellen und regelmäßigen Neuanschaffungen erzeugt viele. Die Fluktuation ist dabei der schärfste Hebel, weil jeder neue Mitarbeiter eine Erstunterweisung samt Nachweis auslöst.
Als praktische Faustregel für die eigene Einordnung: Zählen Sie im Kalender des vergangenen Jahres die Vorgänge, die eine neue oder geänderte Unterlage nötig gemacht haben. Liegt diese Zahl im niedrigen einstelligen Bereich, schlägt eine gepflegte Dokumentenmappe eine Lizenz fast immer. Liegt sie im zweistelligen Bereich, kippt die Rechnung. Wer zunächst die Grundlage schaffen und erst später entscheiden will, kommt mit einer strukturierten Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung zu einem vollständigen Dokumentenstand, ohne sich vertraglich zu binden.
Vertragsklauseln, die den Preis nachträglich verändern
Der Monatspreis auf der Website ist der Anfang der Rechnung. Was daraus über drei Jahre wird, entscheidet sich in Klauseln, die auf der Preisseite nicht stehen. Die folgenden Punkte stammen aus den tatsächlich geprüften Anbieterseiten und Vertragsbedingungen im August 2026.
- Mindestlaufzeit und automatische Verlängerung. In den AGB von Protabo entspricht die Mindestlaufzeit bei Software „der bei Vertragsschluss vereinbarten initialen Laufzeit“; erfolgt keine fristgerechte Kündigung, verlängert sich der Vertrag automatisch um dieselbe Laufzeit. Gekündigt werden kann mit einer Frist von einem Monat zum Ende der jeweiligen Mindestlaufzeit in Textform. Wer die 24-Monats-Stufe wählt, weil sie den günstigsten Monatspreis hat, bindet sich damit im Verlängerungsfall erneut für 24 Monate.
- Testphase, die in ein Abo übergeht. Im Haufe Shop kann die Software vier Wochen kostenlos getestet werden; behält man die Lizenz danach, wird die vorläufige Rechnung fällig. Die Stornierung erfolgt im Kundenkonto. Wer die Frist übersieht, hat eine Jahreslizenz gekauft.
- Der „ab“-Preis. luitGUARD nennt alle drei Pakete als „ab“-Preise und fragt im Kontaktformular Unternehmensdaten und Nutzerzahlen ab. Der veröffentlichte Betrag ist damit eine Untergrenze, kein Angebot. Dasselbe gilt für die Advanced-Edition von AMS-App+ („ab 249 €“).
- Zusätzliche Mitarbeiter unterjährig. Bei Modellen, die je Mitarbeiter abrechnen — etwa E-Learning-Kurse ab 0,50 € je Mitarbeiter und Monat bei VINYA — steigen die Kosten mit jeder Einstellung automatisch. Bei Modellen mit unbegrenzter Nutzerzahl wie bei Protabo ist das nicht der Fall. Genau hier trennen sich die Angebote über die Laufzeit.
- Preisanpassung. In den geprüften AGB von Protabo findet sich keine ausdrückliche Preisanpassungsklausel für laufende Verträge. Das ist eher die Ausnahme; fragen Sie bei jedem Anbieter aktiv nach, ob und in welchem Umfang Preise während der Laufzeit oder zur Verlängerung angepasst werden dürfen, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
- Datenexport beim Wechsel. In den geprüften AGB ist der Export der Betriebsdaten bei Vertragsende nicht eigens geregelt. Genannt wird das Recht auf Datenübertragbarkeit nach DSGVO, das personenbezogene Daten betrifft. Ihre Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungsnachweise und Prüfprotokolle sind davon nicht automatisch erfasst. Vereinbaren Sie vor Unterschrift Format, Umfang und Preis des Exports.
Der wirtschaftlich relevanteste dieser Punkte ist der letzte. Solange Ihre Nachweise ausschließlich in einem fremden System liegen und der Ausstiegspfad ungeklärt ist, haben Sie keinen echten Wettbewerb mehr zwischen Anbietern — und damit keinen Hebel beim nächsten Verlängerungspreis.
Fördermittel: was es im August 2026 gibt und was nicht
Zur Digitalisierung in kleinen Betrieben kursieren viele Programmnamen, von denen ein Teil nicht mehr existiert. Der belegbare Stand im August 2026:
- go-digital ist beendet. Auf der Informationsseite des Programmträgers heißt es wörtlich: „Das Förderprogramm go-digital ist am 31.12.2024 ausgelaufen. Es können keine Förderanträge mehr gestellt werden.“
- Digital Jetzt ist ebenfalls beendet. Das Förderportal weist aus, dass die Förderrichtlinie bis zum 31.12.2023 befristet war und das Portal zum 31.03.2026 abgeschaltet wurde.
- Mittelstand-Digital besteht weiter. Das Bundeswirtschaftsministerium beschreibt ein bundesweites Netz von Mittelstand-Digital Zentren, die kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Handwerksbetriebe durch praxisorientierten Wissenstransfer unterstützen, und ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote. Das ist Beratung und Wissenstransfer — kein Zuschuss zum Kaufpreis einer Software.
Damit gilt: Ein bundesweit einheitliches Zuschussprogramm, das Ihnen einen Teil der Lizenzkosten für eine Arbeitsschutz-Software erstattet, ist derzeit nicht auffindbar. Kalkulieren Sie deshalb ohne Förderung. Prüfen sollten Sie zusätzlich zwei Ebenen, die sich nicht bundesweit einheitlich darstellen lassen: die Digitalisierungsprogramme der einzelnen Bundesländer und die Angebote Ihrer Handwerkskammer beziehungsweise Ihres regionalen Mittelstand-Digital Zentrums. Beide ändern sich häufig, weshalb hier bewusst keine Zahlen genannt werden, die in drei Monaten falsch wären.
Ein Angebot in zwanzig Minuten prüfen
Wenn Ihnen ein Anbieter ein Angebot schickt, entscheidet nicht der Betrag auf Seite eins, sondern die Vollständigkeit. Diese sieben Fragen bringen jedes Angebot auf eine vergleichbare Grundlage:
- Bezieht sich der Preis auf Nutzer, auf Mitarbeiter oder auf eine Flatrate, und was passiert bei zehn zusätzlichen Beschäftigten?
- Ist der Betrag netto oder brutto?
- Welche Module sind enthalten, welche kosten extra, und was davon brauchen Sie im ersten Jahr wirklich?
- Was kostet die Einrichtung, was die Übernahme vorhandener Unterlagen, was die Schulung — jeweils als Betrag, nicht als „im Rahmen des Onboardings“?
- Wie hoch ist der Betrag im zweiten und dritten Jahr, und darf er angepasst werden?
- Wie lang ist die Mindestlaufzeit, um welchen Zeitraum verlängert sich der Vertrag automatisch, und bis wann muss gekündigt werden?
- In welchem Format und zu welchem Preis bekommen Sie beim Ausstieg Ihre Beurteilungen, Nachweise und Protokolle zurück?
Die Antworten gehören schriftlich in eine Tabelle nebeneinander, nicht in ein Telefonat. Erst danach lässt sich der Vergleich mit dem eigenen Aufwand ziehen, den Sie im Abschnitt zum Eigenaufwand berechnet haben. Unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt: Die inhaltliche Grundlage bleibt dieselbe. Jedes System braucht eine fertige Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungsinhalte und Betriebsanweisungen — eine Software erzeugt diese Inhalte nicht aus dem Nichts, sondern verwaltet sie. Wer diese Grundlage schon hat, verhandelt aus einer deutlich besseren Position und kann die Einrichtungskosten drücken. Fertige Arbeitsschutz-Dokumente für 13 Gewerke oder das größere Bundle mit zusätzlicher Baudokumentation liefern genau diesen Ausgangsstand in Word, Excel und PDF.
Häufige Fragen zu den Kosten von Arbeitsschutz-Software
Was kostet eine Arbeitsschutz-Software für einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil die meisten Anbieter individuell kalkulieren. Bei den Anbietern, die im August 2026 überhaupt einen Preis veröffentlichen, liegen die genannten Einstiegspreise zwischen 29,95 € pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit (Protabo, unbegrenzte Nutzerzahl) und 75 € pro Monat (luitGUARD, Standard-Paket, als „ab“-Preis). Haufe verkauft die Gefährdungsbeurteilungs-Software als Jahreslizenz zu 899,00 € netto für die Einzellizenz. Alle diese Angaben sind Einstiegs- oder Listenpreise, keine Angebote für Ihren konkreten Betrieb.
Warum nennen so wenige Anbieter von Arbeitsschutz-Software ihre Preise öffentlich?
Weil der Preis bei den meisten Systemen aus mehreren Variablen entsteht: Zahl der Mitarbeiter, Zahl der aktiven Nutzer, gebuchte Module und Einrichtungsaufwand. Anbieter wie Quentic, RISK-Project oder secova führen auf ihren Produktseiten deshalb gar keine Zahl, sondern nur eine Demo- oder Kontaktanfrage. Für Sie heißt das: Ohne Vertriebsgespräch bekommen Sie bei diesen Systemen keinen Preis, und der erste genannte Preis ist selten der endgültige.
Ab wann rechnet sich eine Jahreslizenz gegenüber gepflegten Dokumenten?
Rechnerisch dann, wenn die Software Ihnen mehr Stunden im Jahr spart, als die Lizenz geteilt durch Ihren Stundensatz ergibt. Bei einer Lizenz von 899 € im Jahr und einem selbst angesetzten Stundensatz von 60 € liegt die Schwelle bei rund 15 eingesparten Stunden pro Jahr. Ob Sie diese 15 Stunden erreichen, hängt vor allem davon ab, wie oft sich bei Ihnen etwas ändert: neue Mitarbeiter, neue Maschinen, neue Gefahrstoffe, neue Baustellen.
Gibt es 2026 eine bundesweite Förderung für Arbeitsschutz-Software?
Ein bundesweit einheitliches Zuschussprogramm für den Kauf von Software ist derzeit nicht auffindbar. Das Programm go-digital ist zum 31.12.2024 ausgelaufen, Digital Jetzt lief bis Ende 2023 und das zugehörige Förderportal wurde zum 31.03.2026 abgeschaltet. Was bundesweit weiterhin besteht, sind die Mittelstand-Digital Zentren, deren Angebote für KMU kostenfrei sind — sie leisten aber Wissenstransfer und Beratung, keinen Zuschuss zum Kaufpreis. Prüfen Sie zusätzlich Landesprogramme und die Angebote Ihrer Handwerkskammer.
Welche Kosten entstehen, wenn ich den Anbieter wechsle?
Das steht bei kaum einem Anbieter im Vertrag. In den von uns geprüften AGB von Protabo ist der Datenexport bei Vertragsende nicht eigens geregelt; genannt wird nur das Recht auf Datenübertragbarkeit nach DSGVO, das sich auf personenbezogene Daten bezieht — nicht auf Ihre Gefährdungsbeurteilungen und Prüfnachweise als Betriebsdaten. Klären Sie vor Vertragsschluss schriftlich, in welchem Format und zu welchem Preis Sie Ihre Inhalte beim Ausstieg zurückbekommen.
Sind die genannten Softwarepreise netto oder brutto?
Bei den meisten Anbietern steht das nicht dabei. Von den geprüften Seiten weist nur der Haufe Shop beide Werte aus (899,00 € netto und 1.069,81 € brutto). Bei Monatspreisen wie 29,95 €, 49,99 € oder 75 € fehlt die Angabe. Fragen Sie das aktiv ab, denn 19 Prozent Unterschied verschieben jede Break-even-Rechnung spürbar.
Quellen
- § 5 ArbSchG (Beurteilung der Arbeitsbedingungen): gesetze-im-internet.de/arbschg/__5.html
- § 6 ArbSchG (Dokumentation): gesetze-im-internet.de/arbschg/__6.html
- luitGUARD, Pakete und Preise, abgerufen im August 2026: info-arbeitsschutz.de/arbeitsschutz-software
- Quentic, Software für Arbeitsschutz, abgerufen im August 2026: quentic.com/software/health-safety
- RISK-Project, Arbeitsschutz-Software, abgerufen im August 2026: risk-project.de/arbeitsschutz-software
- secova sam, Arbeitsschutz-Software online, abgerufen im August 2026: secova.de/arbeitsschutz-software-online
- Protabo, Preise Arbeitsschutz-Software und AGB, abgerufen im August 2026: protabo.de/preise/arbeitsschutz-software und protabo.de/agb
- Haufe Gefährdungsbeurteilung im Haufe Shop, abgerufen im August 2026: shop.haufe.de/prod/haufe-gefaehrdungsbeurteilung
- AMS-App+, Editionen und Preise, abgerufen im August 2026: arbeitsschutz-software.info
- VINYA, Unterweisungssoftware, abgerufen im August 2026: vinya.io/unterweisungssoftware
- meineGBU, Kosten der Gefährdungsbeurteilung, abgerufen im August 2026: meinegbu.com/ratgeber/gefaehrdungsbeurteilung-kosten
- NachweisKompass, Startseite, abgerufen im August 2026: nachweiskompass.de
- go-digital ausgelaufen, Meldung des Programmträgers: innovation-beratung-foerderung.de
- Digital Jetzt, Förderportal mit Hinweis auf Programmende: digitaljetzt-portal.de
- Mittelstand-Digital, Förderschwerpunkt des Bundeswirtschaftsministeriums: bundeswirtschaftsministerium.de
Redaktionsstand: August 2026. Alle Preisangaben geben wieder, was die genannten Anbieter zu diesem Zeitpunkt öffentlich auf ihren Seiten veröffentlicht haben; sie sind keine Angebote und können sich jederzeit ändern. Der Beitrag bündelt Praxiswissen und ersetzt im Einzelfall keine rechtliche Beratung.